Geschichte

1969 Das Arbeitsförderungsgesetz wird verabschiedet. Es legt fest, dass Menschen mit Behinderung einen Rechtsanspruch auf arbeits- und berufsfördernde Maßnahmen haben.

1972 Die Einrichtung einer beschützenden Werkstatt mit ca. 120 Plätzen und angegliedertem Sozialzentrum wird im Stift Tilbeck als Planungsziel formuliert.

1973 Im Obergeschoss des Hildegard-Gebäudes werden Räume für die Arbeitstherapie eingerichtet. 20 Frauen finden hier Beschäftigung. Im Oktober übernimmt Werkstattleiter Manfred Weber die Aufgabe, die Tilbecker Werkstatt an den gesetzlichen Vorgaben orientiert aufzubauen.

1974 Die Werkstätten Westfalenfleiß in Münster, Haus Hall in Gescher sowie die Werkstätten in Ochtrup und Nordkirchen verzichten auf Teile ihrer Einzugsgebiete, so dass den Tilbecker Werkstätten ein eigenes Einzugsgebiet zugeteilt werden kann.

1975 Am 1. Januar erhalten die Tilbecker Werkstätten die staatliche Anerkennung als WfB (Werkstatt für Behinderte).

1979 Anfang des Jahres sind 225 Menschen mit Behinderung tätig. Die Tätigkeitsbereiche sind die Textilverarbeitung (Oberbekleidung und Strümpfe), Montage von elektrischen Lampenfassungen, Lichterketten, Kabelverschraubungen und Kugelschreibern sowie der Dienstleistungsbereich (Gebäudereinigung, Wäscherei, Landwirtschaft, Küche).

1980 Das neue Werkstattgebäude ist fertiggestellt. 150 Plätze stehen hier zur Verfügung. In Kooperation mit Haus Kannen sind erstmalig auch Männer unter den Beschäftigten. 22 Gruppenleiter mit pädagogischer Zusatzausbildung, zwei Sozialpädagogen und eine Pflegekraft sind für die Beschäftigten da. Im September werden insgesamt 253 Menschen mit Behinderung beschäftigt, 26 davon sind in der Eingangsstufe bzw. Trainingsgruppe, 227 in den Arbeitsbereichen, davon wiederum 75 in den Reinigungs- und Wäschereigruppen sowie in Landwirtschaft und Garten.

1981 Im ehemaligen Isolierhaus wird eine Tagesgruppe mit 18 Plätzen zur gezielten Betreuung Schwer- und Mehrfachbehinderter eingerichtet.

1985 Durch Baumaßnahmen wird die Anzahl der Werkstattplätze auf 240 erhöht.

1989 Die Beschäftigtenvertretung wird ins Leben gerufen. Als frei gewähltes Gremium unter Begleitung von zwei Vertrauenspersonen vertritt sie die Interessen der Beschäftigten.

1991 In Nottuln wird mit der Zweigwerkstatt WENO gezielt eine Einrichtung geschaffen, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung zugeschnitten ist. Die Arbeitsbereiche der WENO sind Montage und Verpackung, Lettershop und Paketversand sowie die Schneiderei.

1995 Die Tilbecker Werkstätten stellen insgesamt 360 Arbeitsplätze zur Verfügung.

1998 Die Tilbecker Werkstätten sind für die Bereiche Betreuung und Förderung sowie für Produktion und Dienstleistung nach international gültiger Norm zertifiziert.

2009 Das Haus Rochus auf dem Stiftsgelände wird zur Werkstatt für behinderte Menschen mit besonders herausforderndem Verhalten umgebaut.

2010 Im März bezieht die WENO neue Räumlichkeiten in die Liebigstraße in Nottuln. Das ZBQ (Zentrum für berufliche Bildung und Qualifizierung) bezieht den alten Standort in der Otto-Hahn-Str. Die Hauptwerkstatt wird umfassend renoviert.

2012 Das neue Werkstattgebäude für schwerstmehrfachbehinderte Menschen wird in Betrieb genommen.